Die EU und Indien haben sich nach fast zwei Jahrzehnten Verhandlungen auf ein umfassendes Freihandelsabkommen geeinigt. Mit rund zwei Milliarden Menschen entsteht eine der größten Freihandelszonen weltweit. Wirtschaftlich relevant – vor allem aber ein geopolitisches Signal in einer zunehmend fragmentierten Welt.

Kern des Abkommens ist der Abbau von Zöllen auf die meisten Industrie- und Konsumgüter. Die EU erwartet eine Verdopplung ihrer Exporte nach Indien bis 2032 sowie jährliche Zolleinsparungen von rund vier Milliarden Euro. Profiteure dürften insbesondere Automobilindustrie, Maschinenbau, Chemie, Pharma sowie Textil- und Schuhhersteller sein. Für Indien stärkt der Deal Industrie, Dienstleistungen und globale Lieferketten – und erhöht das Vertrauen internationaler Investoren.

Geopolitisch steht das Abkommen für Diversifizierung. Die EU reduziert Abhängigkeiten von den USA und China, Indien reagiert auf hohe US-Zölle und öffnet sich weiter nach Westen. Der sensible Agrarbereich bleibt weitgehend ausgenommen, politische Widerstände sind begrenzt.

Zusammen mit dem Mercosur-Abkommen zeigt sich: Die EU hat – ausgelöst durch den zunehmenden US-Protektionismus – begonnen, sich systematisch Alternativen zum US-Markt zu erschließen. Bezeichnend ist, dass neue US-Zolldrohungen (Süd Korea) zuletzt kaum noch Marktreaktionen auslösten. Das Vertrauen der Investoren in die Verlässlichkeit der USA nimmt ab.

Diese Unsicherheit spiegelt sich im US-Dollar, der weiter unter Druck steht. Vor der kommenden Fed-Sitzung steht weniger die Geldpolitik im Fokus als die Frage nach der Unabhängigkeit der US-Notenbank. Die Dollar-Schwäche entlädt sich zunehmend in einem breiteren „Debasement-Trade“.

Debasement-Trade im Vergleich: Indexierte Entwicklung seit 01/2025 von Silber (grau), Gold (gelb) und US-Dollar (türkis) gegenüber dem Euro; Quelle: Bloomberg

Debasement: Warum Gold und Silber Alarm schlagen

Gold und Silber markieren neue Allzeithochs – und das trotz steigender langfristiger Zinsen. Historisch ist diese Kombination ungewöhnlich. Die Edelmetalle senden derzeit weniger ein klassisches Inflationssignal als vielmehr einen Hinweis auf Debasement: die schleichende Entwertung von Währungen.

Die Ursachen sind strukturell: hohe Staatsverschuldung, jahrelang expansive Geldpolitik und dauerhaft niedrige Realzinsen. Gold reagiert in diesem Umfeld nicht auf Wachstum, sondern auf das Vertrauen in Papierwährungen. Dass Gold trotz steigender Renditen zulegt, ist daher ein Warnsignal. Silber verstärkt dieses Signal – deutlich spekulativer.

Ein wichtiger Katalysator ist aktuell Japan. Die Renditen japanischer Staatsanleihen sind so schnell gestiegen wie seit Jahrzehnten nicht, gleichzeitig hat der Yen nach langer Schwäche wieder angezogen. Das kann als Normalisierung interpretiert werden – macht die Märkte angesichts der hohen Staatsverschuldung aber nervös. Steigende JGB-Renditen und ein stärkerer Yen setzen Carry-Trades unter Druck, schwächen den US-Dollar und stützen Edelmetalle.

Ein-Jahres-Entwicklung (indexiert auf Anfang 2025): US-Dollar (türkis), Japanischer Yen (orange) und Chinesischer Yuan (rot) jeweils gegenüber dem Euro; Quelle: Bloomberg

Europa als relativer Stabilitätsanker

Aus europäischer Sicht ist die aktuelle Entwicklung bemerkenswert: Der Euro behauptet sich im globalen Debasement-Umfeld deutlich besser als viele andere Währungen. Für Exporteure ist eine starke Währung grundsätzlich kein Rückenwind. Entscheidend ist jedoch, dass sich die Euro-Stärke nicht pauschal, sondern selektiv zeigt. Gegenüber dem US-Dollar wertet der Euro spürbar auf – gegenüber dem chinesischen Yuan, einem der wichtigsten Absatz- und Produktionsräume Europas, hingegen deutlich weniger.

In Kombination mit neuen, großvolumigen Freihandelszonen verschiebt sich damit der strukturelle Rahmen zugunsten EuropasEuropäische Aktienmärkte profitieren von dieser Gemengelage und zeigen sich weiterhin robust– getragen von moderaten Bewertungensoliden Cashflows und einer geringeren Abhängigkeit von extremen Narrativen.

STOXX Europe 600 Index mit Absicherungszone, Quelle: TimmInvest, Bloomberg

Diese fundamentale Stabilität spiegelt sich auch im technischen Bild der Märkte wider. Der STOXX Europe 600 befindet sich weiterhin in einem intakten mittelfristigen Aufwärtstrend (gelb) und aktuell in einer Phase der Seitwärtskonsolidierung. Der deutliche Abstand zur 100- und 200-Tage-Linie (rot) lässt Raum für eine zeitliche und seitliche Ausdehnung dieser Bewegung.

Vor diesem Hintergrund wird die Absicherung im TimmInvest Europa Plus Fonds wegen der soliden technischen Lage nur behutsam und schrittweise an das höhere Indexniveau angepasst – insbesondere dann, wenn Absicherungspreise attraktiv sind. Ein erneuter Test des in diesem Monat erreichten Allzeithochs erscheint aus technischer Sicht plausibel. Ergänzend stabilisieren kurzlaufende Seitwärtspositionen im Euro Stoxx 50 den Fonds in der Phase bis zum Beginn der Absicherungszone und ermöglichen bei stagnierenden Märkten zusätzliche Seitwärtsrenditen.

Europäische Aktien bleiben damit in einer verunsicherten Welt ein relativer Stabilitätsanker – wirtschaftlich, währungstechnisch und aus Sicht des Risikomanagements.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche und zuversichtliche Restwoche.

Ihr

Thomas Timmermann


Vortragsankündigung

Potenzial 2026 – Fondsmanagement ohne Filter

Europas Perspektive zwischen Wall Street und Realität

Vortrag am 31. Januar um 10:00 Uhr am Börsentag Dresden


Zum Börsentag Dresden


TimmInvest Europa Plus Fonds (alle Anteilklassen)

27.01.2026 10:48 Uhr

Fondsvolumen: €17.014.172,- (23.01.2026)

Aktuelle Ausrichtung des Fonds: 100% Absicherung ab Start Absicherungszone bei 582.50 Indexpunkten (Durchschnitt aller Basispreise der gekauften EUREX STOXX Europe 600 Absicherungsoptionen)

Achtung: durch Absicherung entstehen Kosten!

Aktuelle (geschätzte) Fondsparameter:

Aktienanteil im Fonds: ca. 97,85% (passive Abbildung des STOXX Europe 600 Index)

Mathematisch errechnet Aktienquote (Aktien plus Derivate Positionen): ca. 44,80%

Aktueller Stand Stoxx Europe 600 Index (SXXP): ca. 610.50 Indexpunkte

VAR (Value at Risk) Auslastung: 36,16 per 23.01. (Vergleich: reiner Aktienfonds: 100%; Geldmarkt: 0%) (Quelle: Universal)

Volatilität (360 Tage) STOXX Europe 600 Index: 13,25% (Quelle: Bloomberg)

Volatilität (360 Tage) TimmInvest Europa Plus Fonds AK I: 4,26% (Quelle: Bloomberg)

Hinweis zur steuerlichen Behandlung

Der TimmInvest Europa Plus Fonds ist steuerlich als Aktienfonds klassifiziert und profitiert in Deutschland von der gesetzlichen 30-%-Teilfreistellung. Dadurch werden Erträge aus dem Fonds – im Gegensatz zu EinzelaktienFestgeld oder Rentenfonds, bei denen Erträge grundsätzlich voll steuerpflichtig sind – nur zu 70 % der Abgeltungsteuer unterworfen. Die steuerliche Abwicklung erfolgt automatisch über die depotführende Stelle.

Produktpräsentation

Hier geht es zur aktuellen Präsentation über die zwei Anteilklassen des TimmInvest Europa Plus Fonds:

Fondsportrait Janaur 2026

Noch Fragen?
Werfen Sie gern einen Blick in unseren aktuellen Frage- und Antwort-Katalog (FAQ) — zum Beispiel:
“Wie hoch ist die jährliche Ausschüttung im TimmInvest Europa Plus Fonds – und wie werden Ausschüttungen (Anteilklass P) bzw. die Vorabpauschale (Anteilklasse I) steuerlich behandelt?

Vita Thomas Timmermann

Sie möchten persönlich zum TimmInvest Europa Plus Fonds beraten werden? Gerne! Melden Sie sich bitte am besten per E-Mail: thomas.timmermann@timminvest.com


TimmInvest Europa Plus Fonds AK P (Anteilklasse P)

WKN: A2QCXX        ISIN:DE000A2QCXX0180

Verwaltungsgebühr: 1,00 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Jährliche Ausschüttung vor Weihnachten: 5.12.2025€4,50 – 16.12.2024€3,50 – 15.12.2023€3,50 – 15.12.2022€3,00 – 15.12.2021€4,00.

Daten und Fakten (AK P)

Wertentwicklung (AK P)

Portfolio (AK P)

Downloads (AK P)

Anteilwert AK P

03.12.2025: €115,14

04.12.2025: €110,82 (nach Ausschüttung von €4,50)

30.12.2025: €111,52

Aktuell:

22.01.2026: €112,75

23.01.2026: €112,85

Quelle: Universal Investment


TimmInvest Europa Plus Fonds AK I (Anteilklasse I)

WKN: A3DQ2V        ISIN:DE000A3DQ2V1

Strategie: Identisch mit der Anteilklasse P – gleiches Portfolio, gleiche Absicherungsstrategie.
Verwaltungsgebühr: 0,50 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Ausschüttung: Thesaurierend – keine Auszahlung.

Neue Mindestanlagesumme:
Die Einstiegsschwelle wurde auf Wunsch vieler Anleger deutlich gesenkt –
von bisher € 100.000 auf nur € 10.000.
Für spätere Zukäufe gilt keine Mindestgrenze.

Der Erwerb ist auch für Privatanleger möglich.

Mit dieser Anpassung möchten wir einem breiteren Anlegerkreis den Zugang zu unserer institutionellen Anteilklasse ermöglichen – bei weiterhin attraktiven Konditionen.

Daten und Fakten (AK I)

Wertentwicklung (AK I)

Portfolio (AK I)

Downloads (AK I)

Anteilwert AK I

30.12.2025: €121,35

Zuletzt:

22.01.2026: €122,72

23.01.2026: €122,84

Quelle: Universal Investment


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