Der DAX steht nach seinem großen Sprung, der ihn in nur vier Handelstagen von 14.800 auf 15.300 Indexpunkte führte, zur Zeit vollkommen still… mehr oder weniger bei 15.250 Indexpunkten. Die impliziten Volatilitäten sinken und sinken. Indexoptionen mit einer Restlaufzeit von wenigen Tagen oder Wochen werden nur noch bei 12% impliziter Volatilität gehandelt.. anstatt – wie noch vor kurzem – bei 18% und mehr. Die Marktteilnehmer rechnen also mit keiner Gefahr in den nächsten Wochen und Monaten. Der folgende Chart des Volatilitätsindex VDAX new der Deutsche Börse AG zeigt die beeindruckende Rückkehr zur Furchtlosigkeit:

Quelle: TimmInvest, Bloomberg (14.04.21 um 15:00 Uhr)

Diese niedrige Volatilität, gepaart mit dem frischen Allzeithoch, ist eine interessante Kombination. Die Absicherungskosten auf dem jüngst erreichten Indexgipfel sind so günstig wie seit einem Jahr nicht mehr. Woran könnte das liegen? Bestimmt an der Aussicht stetig weiter steigender Finanzmärkte. Macht ja auch Sinn: Denn, sind alle erst geimpft,… ist alles wieder gut! In gutem  Englisch würde ich sagen “I beg to differ!”. China hat die Pandemie vollkommen hinter sich gelassen und auch seine wirtschaftliche Stärke wieder hergestellt. Am chinesischen Börsenbarometer FTSE A50 (weiße Linie im Chart unten) könnte man also theoretisch ablesen, wie es mit dem DAX nach der Pandemie weitergehen kann? Da England inzwischen die Pubs wieder geöffnet hat, könnte man theoretisch selbst beim englischen FTSE 100 Index (lila Linie im Chart) erkennen, wie sich der Vorsprung bei der Impfgeschwindigkeit direkt auf den Index auswirkt:

Quelle: TimmInvest, Bloomberg (14.04.21. um 15:00 Uhr)

Zum direkten Vergleich sind im Chart zusätzlich der Euro Stoxx 50 Index (blau) und der DAX K (ohne Dividenden, rot) abgebildet. Alle Indizes wurden auf einen gemeinsamen Start 2016 normiert.

Das Fazit ist überraschend und spricht nicht nur für risikolos steigende Indexstände nach überstandener Pandemie. Gründe für die immer noch abgeschlagene englische Börse könnte der noch nicht komplett verdaute Brexit sein. In China könnte ein Grund für den Kursrutsch in den letzten Wochen in der Verlangsamung des Geldmengenwachstums von ca. 15% in 2020 auf aktuell 7% liegen. Dies wiederum könnte ein erstes Anzeichen für eine weniger expansive Geldpolitik der chinesischen Zentralbank sein.

Das Potential für einen weiteren Anstieg ist für die europäischen Aktienbörse auf jeden Fall vorhanden. Aber das Beispiel China zeigt bereits jetzt,… dass die Bäume auch nach der Pandemie nicht in den Himmel wachsen.

 

 

 

 

 


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