Die neue Woche startete mit einem klaren Signal aus den Rentenmärkten: die Rendite der 10-jährigen JGBs sprang auf 1,87 %, den höchsten Stand seit 2007. Hintergrund sind die geplante Fiskaloffensive der neuen Premierministerin Takaichi sowie erste Anzeichen, dass die ultralockere Geldpolitik der Bank of Japan endgültig Geschichte wird.
Warum das global relevant ist
Japan war über Jahre die wichtigste Quelle billiger Refinanzierung. Der berühmte Yen-Carry-Trade – in Japan günstig leihen, in den USA oder Europa höher verzinst anlegen – gehörte zu den zuverlässigsten Renditequellen der Welt.
Nun dreht sich dieses Rad:
- Steigende Renditen in Japan → der Carry-Trade verliert an Attraktivität
- Kapital wird aus US-Treasuries abgezogen → Umschichtung Richtung Japan
- Trotz schwacher US-Daten (ISM Manufacturing erneut schwach) und einer fast sicheren Fed-Zinssenkung steigen US-Renditen statt zu fallen
Kurz: Die Bondmärkte preisen das Ende der japanischen Billiggeld-Ära ein.
Parallel entzieht diese Entwicklung Liquidität aus zinslosen Alternativen wie Bitcoin. An der Wall Street wiederum trifft dieser Entzug auf den anhaltenden KI-Investitionsboom. Kapital wird in KI aggressiver allokiert als je zuvor – und selbst die größten Firmen mit üppigen Cash-Reserven zapfen inzwischen den Kapitalmarkt an. Fast unter dem Radar der Öffentlichkeit läuft im Markt für Private Debt, der ebenfalls massiv in KI investiert, eine Entwicklung, die man im Auge behalten muss: erste Irritationen über unerwartete Default-Raten.
Die neue Zinsweltordnung
Eine Folge dieser tektonischen Verschiebungen: Chinesische 30-Jahres-Renditen liegen inzwischen weit unter den japanischen. Und: deutsche und japanische 30-Jahres-Renditen sind heute nahezu identisch. Noch vor fünf Jahren wäre das undenkbar gewesen.

30-jährige Renditen Staatsanleihen: USA (orange), Deutschland (weiß), Japan (rot), China (grün), Quelle: Bloomberg
China kämpft parallel mit einer ganzen Reihe struktureller Herausforderungen:
- schwache PMIs (8 Monate in Folge in der Kontraktion)
- durch US Zölle erschwerte Exporte
- Probleme im Arbeitsmarkt – vor allem bei jungen Menschen
- ein Immobiliensektor, der weiter auf die Binnenkonjunktur drückt
Wir erleben aktuell einen machtvollen Umbau des globalen Zinsgefüges:
- Japan verabschiedet sich vom Nullzins – und entzieht der Welt einen entscheidenden Liquiditätspuffer
- China driftet Richtung Deflation – und drückt langfristige Renditen
- Die USA stehen mit der höchsten Realrendite aller großen Volkswirtschaften im Markt
Im Portfolio Management des TimmInvest Europa Plus Fonds verläuft diese Woche vergleichsweise ruhig. Im Fokus stehen die Ausschüttung von €4,50 der Anteilklasse P (5.12.) und der Dezember-Verfall an der EUREX (19.12.). Der STOXX Europe 600 konnte zuletzt seine 100-Tage-Linie und seinen mittelfristigen Aufwärtstrend verteidigen.

STOXX Europe 600 Index und Absicherungszone, Quelle: Bloomberg
Statistisch zählt der Dezember zu den stärksten Aktienmonaten des Jahres – und genau das preisen sowohl die Wall Street als auch die inzwischen bestimmt auch zunehmend im Portfolio Management eingesetzten KI-Modelle ein. Doch es zeigen sich Risse im Bild: Das Momentum hat spürbar nachgelassen, und die Kapitalmärkte wirken zunehmend verunsichert. Die entscheidende Frage lautet daher: Wenn alle fest mit einem starken Dezember rechnen – kommt er dann tatsächlich?
Der TimmInvest Europa Plus Fonds geht bewusst mit einer defensiveren Ausrichtung ins Jahresende. In einem seitwärts tendierenden Markt wirken die Prämieneinnahmen aus den am 19. Dezember verfallenden Call-Optionen stabilisierend. Gleichzeitig bleiben wir an einer weiteren Erholung des STOXX Europe 600 Index beteiligt – wenn auch mit gebremster Dynamik.
Das Börsenjahr endet auf jeden Fall mit einer neuen Zinsrealität, die die Märkte noch weit ins kommende Jahr hinein beschäftigen wird.
Ihr
Thomas Timmermann
Vortragsankündigung
Potenzial 2026 – Fondsmanagement ohne Filter
Europas Perspektive zwischen Wall Street und Realität
Vortrag am 31. Januar um 10:00 Uhr am Börsentag Dresden

TimmInvest Europa Plus Fonds (alle Anteilklassen)
02.12.2025 12:03 Uhr
Fondsvolumen: ca. €16.512.450 (28.11.2025)
Aktuelle Ausrichtung des Fonds: 100% Absicherung ab Start Absicherungszone bei 567,52 Indexpunkten (Durchschnitt aller Basispreise der gekauften EUREX STOXX Europe 600 Absicherungsoptionen)
Achtung: durch Absicherung entstehen Kosten!
Aktuelle (geschätzte) Fondsparameter:
Aktienanteil im Fonds: ca. 97,07% (passive Abbildung des STOXX Europe 600 Index)
Mathematisch errechnet Aktienquote (Aktien plus Derivate Positionen): ca. 34,70%
Aktueller Stand Stoxx Europe 600 Index (SXXP): ca. 577,30 Indexpunkte
VAR (Value at Risk) Auslastung: 29,71% per 28.11. (Vergleich: reiner Aktienfonds: 100%; Geldmarkt: 0%) (Quelle: Universal)
Volatilität (180 Tage) STOXX Europe 600 Index: 15,49% (Quelle: Bloomberg)
Volatilität (180 Tage) TimmInvest Europa Plus Fonds AK I: 4,84% (Quelle: Bloomberg)
Produktpräsentation
Hier geht es zur aktuellen Präsentation über die zwei Anteilklassen des TimmInvest Europa Plus Fonds:
Noch Fragen?
Werfen Sie gern einen Blick in unseren aktuellen Frage- und Antwort-Katalog (FAQ) — zum Beispiel:
„Welche Anlagepolitik verfolgt der TimmInvest Europa Plus Fonds?“
Sie möchten persönlich zum TimmInvest Europa Plus Fonds beraten werden? Gerne! Melden Sie sich bitte am besten per E-Mail: thomas.timmermann@timminvest.com
TimmInvest Europa Plus Fonds AK P (Anteilklasse P)
WKN: A2QCXX ISIN:DE000A2QCXX0180
Verwaltungsgebühr: 1,00 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Jährliche Ausschüttung vor Weihnachten: 5.12.2025: €4,50 (ausstehend) – 16.12.2024: €3,50 – 15.12.2023: €3,50 – 15.12.2022: €3,00 – 15.12.2021: €4,00.
Anteilwert AK P
Ausschüttung 2024:
13.12.2024: €111,42
16.12.2024: €107,78 (nach Ausschüttung von €3,50)
30.12.2024: €107,23
Aktuell:
27.11.2025: €115,03
28.11.2025: €115,15
Quelle: Universal Investment
TimmInvest Europa Plus Fonds AK I (Anteilklasse I)
WKN: A3DQ2V ISIN:DE000A3DQ2V1
Strategie: Identisch mit der Anteilklasse P – gleiches Portfolio, gleiche Absicherungsstrategie.
Verwaltungsgebühr: 0,50 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Ausschüttung: Thesaurierend – keine Auszahlung.
Neue Mindestanlagesumme:
Die Einstiegsschwelle wurde auf Wunsch vieler Anleger deutlich gesenkt –
von bisher € 100.000 auf nur € 10.000.
Für spätere Zukäufe gilt keine Mindestgrenze.
Der Erwerb ist auch für Privatanleger möglich.
Mit dieser Anpassung möchten wir einem breiteren Anlegerkreis den Zugang zu unserer institutionellen Anteilklasse ermöglichen – bei weiterhin attraktiven Konditionen.
Anteilwert AK I
30.12.2024: €111,59
Zuletzt:
27.11.2025: €120,22
28.11.2025: €120,35
Quelle: Universal Investment


