Gold sollte in einem Umfeld geopolitischer Eskalation eigentlich steigen. Genau das ist die etablierte Marktlogik. Doch aktuell passiert das Gegenteil. Seit dem Ausbruch des Konflikts steht Gold unter Druck – parallel zu steigenden Zinsen. Der Markt beginnt damit, nicht nur Unsicherheit, sondern einen strukturell höheren Inflations- und Zinsausblick einzupreisen.

Goldpreis (gelb, rechte Skala) vs. 12-Monats-Rendite US Staatsanleihen (weiß, linke Skala), Quelle: Bloomberg
Die Märkte setzen auf Deeskalation – aber das Risiko bleibt hoch
Die Märkte orientieren sich aktuell an einer zentralen Erwartung: Beide Seiten im Konflikt zwischen den USA und Iran suchen nach einem „Ausweg“. Diese Hoffnung stabilisiert Aktien und begrenzt bislang größere Rückschläge.
Doch diese Stabilität ist trügerisch. Scheitert eine Einigung, droht eine Eskalation mit direkten Folgen für die Energieinfrastruktur im gesamten Golfraum. Höhere Ölpreise würden unmittelbar auf Inflation und Lieferketten durchschlagen.
Selbst ohne weitere Eskalation bleibt das Risiko hoch: Die Straße von Hormus könnte zeitweise nur unter militärischer Absicherung offen gehalten werden – ein Prozess, der Zeit braucht und den Energiepreisdruck verlängert.
Die Märkte bewegen sich deshalb in breiten Spannen. Die zentrale Annahme bleibt: Das schlimmste Szenario wird vermieden. Genau darauf basiert die aktuelle Stabilität.
Der Ölpreis macht den Unterschied
Die zentrale Variable bleibt der Ölpreis. Selbst eine kurzfristige militärische Entspannung würde ihn nicht automatisch wieder auf frühere Niveaus – etwa 80 US-Dollar – zurückführen. Infrastruktur ist beschädigt, Transportwege bleiben unsicher und Lagerbestände wurden zuletzt abgebaut. Gleichzeitig werden strategische Reserven aufgebaut und Öl aus Vorsicht gehortet. Hinzu kommt eine anhaltende geopolitische Risikoprämie. Das spricht dafür, dass der Ölpreis auch ohne weitere Eskalation über Monate erhöht bleiben kann – und den Inflationsdruck strukturell verstärkt.

Inflationserwartungen Eurozone (1Y1Y): die 1Y1Y-Inflationserwartung misst die durchschnittlich erwartete Inflation in einem Jahr – und gilt als sensibler Frühindikator für akuten Inflationsdruck.
Die kurzfristigen Inflationserwartungen in der Eurozone sind in den vergangenen Wochen kräftig gestiegen und liegen inzwischen klar über dem Niveau des Vorjahres. Der Markt preist damit nicht nur höhere Energiepreise ein, sondern auch die Gefahr, dass sich dieser Preisdruck schneller und direkter in die Verbraucherpreise durchschlägt.
Entscheidend ist dabei weniger die langfristige Inflationserwartung, sondern der kurzfristige Preisschub. Genau dieser belastet das Wachstum und setzt die Notenbanken zusätzlich unter Druck.
Portfolio-Implikationen
In einem stagflationären Umfeld versagen klassische 60/40-Portfolios strukturell – also die traditionelle Aufteilung von 60 % Aktien und 40 % Anleihen – weil beide Anlageklassen gleichzeitig unter Druck geraten. Steigende Zinsen drücken Bewertungen, während schwaches Wachstum die Gewinne belastet – Diversifikation funktioniert nicht mehr.
Nach Jahren, in denen „Long Only“ genügte, rückt nun wieder aktives Risikomanagement in den Vordergrund.
Im TimmInvest Europa Plus Fonds wird aktuell innerhalb der Absicherungszone gearbeitet. Die permanente Absicherung begrenzt extreme Verluste im Worst Case einer weiteren Eskalation. Gleichzeitig wird innerhalb dieser Zone die Volatilität durch regelbasierte Transaktionen in Derivaten genutzt, um zusätzliche Erträge zu generieren. Diese können die Absicherungskosten kompensieren oder bei anhaltend hoher Volatilität auch überkompensieren. Erholen sich die Märkte schneller als erwartet, bleibt die Partizipation erhalten – bewusst gedämpft, aber stabil.
Fazit
Die entscheidende Frage ist nicht, wie sich der Konflikt kurzfristig entwickelt, sondern wie lange der Energiepreisschock anhält. Die Märkte setzen auf Deeskalation – und unterschätzen gleichzeitig die strukturellen Folgen. Gold verliert an Schutzfunktion, Zinsen bleiben hoch und Inflation wird erneut zum zentralen Risikofaktor. Stagflation ist noch nicht Realität – aber sie zeichnet sich klar ab. Und genau in solchen Phasen entscheidet nicht die Marktrichtung – sondern die Fähigkeit, Risiken aktiv zu steuern.
Die Märkte dürften am Wochenende ihre nächste Richtung finden. Am Samstag spreche ich auf dem Anlegertag in München und freue mich auf den persönlichen Austausch mit Investoren und Marktteilnehmern. Ich wünsche Ihnen einen entspannten Wochenausklang.
Thomas Timmermann
Vortragsankündigung
Heimatmarkt Europa: Chancen im fragmentierten globalen Umfeld
Risiken managen. Chancen nutzen – ungefiltert aus dem Markt.
28. März, 10:00 Uhr – Anlegertag München, Vortragsraum 5 (Highline)

TimmInvest Europa Plus Fonds (alle Anteilklassen)
26.03.2026 | 16:34 Uhr
Fondsvolumen: € 17.504.748 (25.03.2026)
Aktuelle Ausrichtung des Fonds: 100 % Absicherung ab Beginn der Absicherungszone bei 605 Indexpunkten (Durchschnitt aller Basispreise der über EUREX gekauften STOXX Europe 600-Absicherungsoptionen). Achtung: Durch die Absicherung entstehen Kosten. Der Abstand zum aktuellen Indexstand des STOXX Europe 600 bei 582,19 Indexpunkten beträgt derzeit ca. 3,94 %.
Aktuelle (geschätzte) Fondsparameter:
Aktienanteil im Fonds: ca. 90,94% (passive Abbildung des STOXX Europe 600 Index)
Mathematisch errechnet Aktienquote (Aktien plus Derivate Positionen): ca. 43,20%
VAR (Value at Risk) Auslastung: 33,40 per 25.03. (Vergleich: reiner Aktienfonds: 100%; Geldmarkt: 0%) (Quelle: Universal)
Volatilität (360 Tage) STOXX Europe 600 Index: 13,95 % (Quelle: Bloomberg)
Volatilität (360 Tage) TimmInvest Europa Plus Fonds AK I: 4,65 % (Quelle: Bloomberg)
Hinweis zur steuerlichen Behandlung
Der TimmInvest Europa Plus Fonds ist steuerlich als Aktienfonds klassifiziert und profitiert in Deutschland von der gesetzlichen 30-%-Teilfreistellung. Dadurch werden Erträge aus dem Fonds – im Gegensatz zu Einzelaktien, Festgeld oder Rentenfonds, bei denen Erträge grundsätzlich voll steuerpflichtig sind – nur zu 70 % der Abgeltungsteuer unterworfen. Die steuerliche Abwicklung erfolgt automatisch über die depotführende Stelle.
Produktpräsentation
Hier geht es zur aktuellen Präsentation der beiden Anteilklassen des TimmInvest Europa Plus Fonds:
Noch Fragen?
Werfen Sie gern einen Blick in unseren aktuellen Frage- und Antwort-Katalog (FAQ) — zum Beispiel:
“Wie hoch ist die jährliche Ausschüttung im TimmInvest Europa Plus Fonds – und wie werden Ausschüttungen (Anteilklass P) bzw. die Vorabpauschale (Anteilklasse I) steuerlich behandelt?“
Sie möchten persönlich zum TimmInvest Europa Plus Fonds beraten werden? Gerne! Melden Sie sich bitte am besten per E-Mail: thomas.timmermann@timminvest.com
TimmInvest Europa Plus Fonds AK P (Anteilklasse P)
WKN: A2QCXX ISIN:DE000A2QCXX0
Verwaltungsgebühr: 1,00 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Jährliche Ausschüttung vor Weihnachten: 5.12.2025: €4,50 – 16.12.2024: €3,50 – 15.12.2023: €3,50 – 15.12.2022: €3,00 – 15.12.2021: €4,00.
Anteilwert AK P
03.12.2025: €115,14
04.12.2025: €110,82 (nach Ausschüttung von €4,50)
30.12.2025: €111,52
Aktuell:
24.03.2026: €112,59
25.03.2026: €113,26
Quelle: Universal Investment
TimmInvest Europa Plus Fonds AK I (Anteilklasse I)
WKN: A3DQ2V ISIN:DE000A3DQ2V1
Strategie: Identisch mit der Anteilklasse P – gleiches Portfolio, gleiche Absicherungsstrategie.
Verwaltungsgebühr: 0,50 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Ausschüttung: Thesaurierend – keine Auszahlung.
Neue Mindestanlagesumme:
Die Einstiegsschwelle wurde auf Wunsch vieler Anleger deutlich gesenkt –
von bisher € 100.000 auf nur € 10.000.
Für spätere Zukäufe gilt keine Mindestgrenze.
Der Erwerb ist auch für Privatanleger möglich.
Mit dieser Anpassung möchten wir einem breiteren Anlegerkreis den Zugang zu unserer institutionellen Anteilklasse ermöglichen – bei weiterhin attraktiven Konditionen.
Anteilwert AK I
30.12.2025: €121,35
Zuletzt:
24.03.2026: €122,64
25.03.2026: €123,36
Quelle: Universal Investment


