Europas Konjunktur zeigt sich widerstandsfähiger als erwartet. Gleichzeitig treibt der neue Energiepreisschub die Inflation nach oben. Damit rückt eine weitere Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank näher.
Die Stimmung dreht nach oben
Der Economic Sentiment Indicator der Europäischen Kommission stieg im August von 97,1 auf 98,4 Punkte. Erwartet worden waren lediglich 97,5 Punkte. Es war der vierte Anstieg in Folge und der höchste Stand seit Januar.
Auch der langfristige Vergleich stimmt zuversichtlich: Der Durchschnitt seit 1990 liegt bei 99,5 Punkten. Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum ist damit fast wieder im Normalbereich.

Economic Sentiment Indicator, Januar 1990 bis August 2026. Quelle: Europäische Kommission, Bloomberg.
Die Verbesserung erfasst Dienstleistungen, Industrie, Einzelhandel, Bau und Verbraucher. Ein kräftiger Aufschwung ist das noch nicht – dafür bleiben industrielle Aufträge und Exporte zu schwach. Die befürchtete starke Abkühlung ist bislang jedoch ausgeblieben.
Die Inflation zieht wieder an
Weniger erfreulich sind die ersten Inflationsdaten für August. In Spanien stieg die nationale Inflationsrate auf 4,3 %, in Frankreich auf 2,4 %. In beiden Ländern waren höhere Energiepreise der wichtigste Treiber.

Inflation in Spanien und Frankreich. Nationale Verbraucherpreisindizes. Quelle: INE, Insee, Bloomberg.
Für den gesamten Euroraum erwarten Ökonomen einen Anstieg der harmonisierten Inflationsrate von 2,9 % auf etwa 3,2 bis 3,3 %. Die Kerninflation dürfte dagegen bei rund 2,5 % bleiben. Bislang geht der neue Preisdruck somit vor allem von der Energie aus.
Stand: 28. August 2026. Die August-Inflation für den Euroraum beruht auf Prognosen. Die offiziellen Daten werden am 1. September veröffentlicht.
Europas alte Achillesferse
Der Blick auf die Energiemärkte zeigt die Ursache. TTF-Gas notierte im August bei 67,6 Euro je Megawattstunde, deutscher Grundlaststrom bei 68,2 Euro. Der europäische Diesel-Benchmark erreichte 1.248 US-Dollar je Tonne.

TTF-Gas, deutscher Grundlaststrom und ICE-Gasoil, Januar 2010 bis August 2026. Quelle: Bloomberg.
Von den Extremständen der Energiekrise 2022 ist Europa weit entfernt. Die Preise liegen aber erneut deutlich über dem Vorkrisenniveau. Besonders Gas und Strom bleiben eng miteinander verbunden – und damit eine Achillesferse der europäischen Wirtschaft.
Mehr Spielraum für die EZB
Die Kombination ist geldpolitisch brisant: Die Wirtschaft stabilisiert sich, während die Inflation steigt. Das gibt der EZB mehr Spielraum, gegen den neuen Preisdruck vorzugehen.
An den Märkten wird fest mit einer Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte im September gerechnet. Der Einlagensatz würde damit auf 2,5 % steigen. Ob weitere Schritte folgen, hängt vor allem davon ab, ob der Energiepreisschock auf Löhne, Dienstleistungen und Inflationserwartungen übergreift.
Im Fonds bleiben wir defensiv
Wegen dieser ambivalenten Lage bleibt der TimmInvest Europa Plus Fonds derzeit defensiv positioniert. Die letzten vier Monate des Jahres dürften neben geldpolitischer Unsicherheit auch politische Volatilität rund um die US-Zwischenwahlen bringen.
Der Produktivitätsschub durch künstliche Intelligenz und die konjunkturelle Erholung treffen auf ungelöste geopolitische Konflikte. Gleichzeitig zeichnen sich neue Risiken am Horizont ab.
Das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Es ist aber ein guter Grund, vorerst einen Gang zurückzuschalten.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Thomas Timmermann

Am 12. September 2026 freue ich mich, auf dem Anlegertag Düsseldorf meinen aktuellen Marktausblick zu präsentieren.
Unter dem Titel „Europa als Core-Investment – Chancen nutzen, Risiken begrenzen“ zeige ich, warum Europa nach Jahren der Underperformance wieder stärker in den Fokus internationaler Investoren rückt. Außerdem erläutere ich den Core-Satellite-Ansatz und wie sich Renditechancen mit einem konsequenten Risikomanagement verbinden lassen.
Im Mittelpunkt stehen die aktuellen Entwicklungen an den europäischen Kapitalmärkten sowie ein Einblick in die tägliche Steuerung des TimmInvest Europa Plus Fonds.
Ich freue mich auf viele interessante Gespräche und den persönlichen Austausch.
TimmInvest Europa Plus Fonds (alle Anteilklassen)
Stand: 28. August 2026, 16:15 Uhr
Fondsvolumen: 17.265.139 € zum 27. August 2026
Das Overlay wurde in dieser Woche leicht defensiver ausgerichtet. Wir haben die Absicherungszone erneut angehoben und die letzten im September auslaufenden Absicherungspositionen auf März 2027 gerollt. Gleichzeitig wurden die Seitwärtspositionen auf den DAX geschlossen und die Positionen auf den EURO STOXX 50 verdoppelt.
Der Beginn der Absicherungszone liegt aktuell bei 654,46 Punkten und damit auf dem aktuellen Niveau des STOXX Europe 600. Er entspricht dem durchschnittlichen Basispreis der über die Eurex erworbenen Put-Optionen.
Die mathematische Aktienquote beträgt derzeit rund 41,0 %. Der Fonds bleibt damit an weiteren Kurschancen beteiligt, ist gegenüber den Vorwochen jedoch defensiver positioniert.

STOXX Europe 600, Absicherungszone und mathematische Aktienquote. Quelle: Bloomberg, TimmInvest.
Fonds- und Risikoparameter
- Aktienbestand vor Berücksichtigung der Derivatepositionen: ca. 94,11 %
- Mathematische Aktienquote einschließlich Derivatepositionen: ca. 41,00 %
- VaR-Auslastung: 35,30 %
Vergleich: reiner Aktienfonds 100 %, Geldmarkt 0 %. Quelle: Universal Investment - Volatilität über 360 Tage: Fonds 5,38 %, STOXX Europe 600 14,11 %
Quelle: Bloomberg
Die Absicherungsstrategie wird fortlaufend an das jeweilige Marktniveau angepasst. Sie verursacht laufende Kosten und zielt darauf ab, Verluste zu begrenzen, kann diese jedoch nicht vollständig ausschließen.
Hinweis zur steuerlichen Behandlung
Der TimmInvest Europa Plus Fonds ist steuerlich als Aktienfonds klassifiziert. Bei Privatanlegern greift grundsätzlich die gesetzliche Teilfreistellung von 30 Prozent, sodass nur 70 Prozent der Erträge der Besteuerung unterliegen. Bei Einzelaktien, Festgeld und klassischen Rentenfonds werden die Erträge grundsätzlich vollständig berücksichtigt. Die steuerliche Abwicklung erfolgt automatisch über die depotführende Stelle. Die individuelle steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen ab und kann sich künftig ändern.
Fondspräsentation
Hier geht es zur aktuellen Präsentation der beiden Anteilklassen des TimmInvest Europa Plus Fonds:
Noch Fragen?
In unserem Fragen-&-Antworten-Katalog (FAQ) finden Sie ausführliche Antworten auf die häufigsten Fragen rund um den TimmInvest Europa Plus Fonds – von der Investmentphilosophie und dem aktiven Risikomanagement über Kosten, Steuern und Ausschüttungen bis hin zur mathematischen Aktienquote sowie den aktuellen Risiko- und Performancekennzahlen.
Nicht jede Frage lässt sich jedoch in einem FAQ beantworten. Wenn Sie sich persönlich über den TimmInvest Europa Plus Fonds informieren oder sich mit mir über unsere Investmentstrategie austauschen möchten, freue ich mich auf Ihre Nachricht.
E-Mail Thomas Timmermann: thomas.timmermann@timminvest.com
TimmInvest Europa Plus Fonds AK P (Anteilklasse P)
WKN: A2QCXX ISIN: DE000A2QCXX0
Verwaltungsgebühr: 1,00 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Jährliche Ausschüttung vor Weihnachten: 5.12.2025: €4,50 – 16.12.2024: €3,50 – 15.12.2023: €3,50 – 15.12.2022: €3,00 – 15.12.2021: €4,00.
Anteilwert AK P
03.12.2025: €115,14
04.12.2025: €110,82 (nach Ausschüttung von €4,50)
30.12.2025: €111,52
Aktuell:
26.08.2026: €119,04
27.08.2026: €118,65
Quelle: Universal Investment
TimmInvest Europa Plus Fonds AK I (Anteilklasse I)
WKN: A3DQ2V ISIN: DE000A3DQ2V1
Strategie: Identisch mit der Anteilklasse P – gleiches Portfolio, gleiche Absicherungsstrategie.
Verwaltungsgebühr: 0,50 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Ausschüttung: Thesaurierend – keine Auszahlung.
Mindestanlagesumme: 10.000 €
Die Anteilklasse I steht institutionellen Investoren und Privatanlegern gleichermaßen offen. Für spätere Zukäufe gilt keine Mindestanlage.
Anteilwert AK I
30.12.2025: €121,35
Zuletzt:
26.08.2026: €129,93
27.08.2026: €129,50
Quelle: Universal Investment


