Der Iran-Krieg hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Mit den Angriffen auf Energieanlagen und der weiterhin unsicheren Passage durch die Straße von Hormus ist aus einem geopolitischen Konflikt ein realer Angebotsschock geworden.
Energie dominiert die Märkte
Die Reaktion der Energiemärkte war entsprechend heftig. Ölpreise markierten zwischenzeitlich neue Hochs, gleichzeitig hat sich die Differenz zwischen Brent und WTI weiter ausgeweitet – zulasten Europas. Während WTI weniger abhängig von den Energieflüssen aus dem Mittleren Osten ist, zeigt Brent die geopolitischen Risiken unmittelbar im Preis.

Brent (blau) vs. WTI Ölpreis (weiß), Quelle: Bloomberg
Noch kritischer ist der Gasmarkt. Nach Angriffen auf zentrale LNG-Infrastruktur sind die Preise sprunghaft gestiegen und haben sich seit Beginn des Konflikts mehr als verdoppelt.

Europäischer Gaspreis (Terminmarkt, Niederlande), Quelle: Bloomberg
Für Europa kommt dieser Schock zur Unzeit. Leere Speicher treffen auf steigende Nachfrage und einen globalen Wettbewerb um LNG. Beschädigte Infrastruktur dürfte die Lage länger angespannt halten.
Die Straße von Hormus bleibt der zentrale Engpass. Ein erheblicher Teil des globalen Energiehandels passiert diese Route, eine vollständige Absicherung ist kaum möglich. Damit bleibt Energie ein struktureller Risikofaktor für die Märkte.
Inflation kehrt zurück, Notenbanken im Wartemodus
Mit der Eskalation im Nahen Osten verschiebt sich auch das Inflationsbild. Die Angriffe auf Energieinfrastruktur wirken direkt auf Preise und Erwartungen und verstärken einen Trend, der sich zuvor bereits angedeutet hatte.
Der entscheidende Punkt ist der Auslöser. Der Impuls kommt nicht aus der Nachfrage, sondern von der Angebotsseite. Steigende Energiepreise wirken unmittelbar in die Inflationskette – von Transportkosten bis hin zu Industriepreisen.
Sowohl die US-Notenbank als auch die EZB reagieren entsprechend vorsichtig. Die Zinsen bleiben unverändert, gleichzeitig fehlt jede klare Forward Guidance. Die Geldpolitik befindet sich im Wartemodus.
Die Märkte haben diese Unsicherheit schnell eingepreist. Zinssenkungserwartungen wurden deutlich zurückgenommen. Während vor wenigen Wochen noch mehrere Zinsschritte erwartet wurden, rechnet der Markt für die Fed aktuell nur noch mit einer einzigen Senkung. Gleichzeitig steigen die Inflationserwartungen wieder an.
Damit rückt das Risiko einer stagflationären Entwicklung stärker in den Fokus. Höhere Energiepreise treiben die Inflation, während steigende Finanzierungskosten und sinkende reale Einkommen das Wachstum belasten. Anders als 2022 fehlen den Verbrauchern heute die finanziellen Puffer.
Bemerkenswert bleibt, dass die Unternehmensgewinne bislang noch stabil eingeschätzt werden – ein Faktor, der die Märkte aktuell zusätzlich stützt.
Portfolio Management: Stabilität durch Systematik
Am heutigen März-Verfall starten die wichtigsten europäischen Märkte mit negativer Jahresperformance. Dank der Absicherungsstrategie entwickelt sich der TimmInvest Europa Plus Fonds aktuell stabiler und liegt weiterhin im positiven Bereich.
Im Portfolio Management wurden die Seitwärtspositionen im DAX und Euro Stoxx 50 angepasst und die regelbasierten Transaktionen im STOXX Europe 600 umgesetzt. Die Absicherungsstruktur bleibt unverändert.

STOXX Europe 600 Index und Absicherungszone, Quelle: Bloomberg, TimmInvest
Die aktuelle Absicherungszone startet bei 610 Punkten im STOXX Europe 600 Index. Innerhalb dieser Zone liegt der Fokus darauf, zusätzliche Erträge aus der erhöhten Volatilität zu generieren und gleichzeitig die Flexibilität für einen möglichen Rebound zu erhalten. Sollte sich die Korrektur weiter ausweiten, besteht die Möglichkeit, Absicherungsgewinne zu realisieren, die Erlöse in Aktien zu reinvestieren und auf niedrigerem Niveau erneut abzusichern.
Fazit
Die aktuelle Marktphase wird durch einen geopolitischen Angebotsschock geprägt, der direkt auf die Energiepreise wirkt und die Inflation erneut antreibt. Gleichzeitig agieren die Zentralbanken abwartend.
Die Märkte stehen damit vor einer ähnlichen Herausforderung wie 2022 – allerdings ausgehend von einem anderen Ausgangspunkt. Nicht die Inflation selbst steht am Anfang der Entwicklung, sondern ein externer Schock, der sie neu entfacht.
Kurzfristig dominieren Volatilität und Unsicherheit. Mittelfristig sprechen viele Faktoren für strukturell höhere Energiepreise. Damit steigt das Risiko eines stagflationären Umfelds.
Gleichzeitig gilt: Sollte der Konflikt schneller als erwartet entschärft werden und die Energiepreise wieder nachgeben, besteht erhebliches Erholungspotenzial. Die Märkte werden aktuell stark von geopolitischen Nachrichten getrieben – in beide Richtungen.
Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende – idealerweise ohne weitere Eskalation.
Thomas Timmermann
Vortragsankündigung
Heimatmarkt Europa: Chancen im fragmentierten globalen Umfeld
Risiken managen. Chancen nutzen – ungefiltert aus dem Markt.
28. März, 10:00 Uhr – Anlegertag München, Vortragsraum 5 (Highline)

TimmInvest Europa Plus Fonds (alle Anteilklassen)
20.03.2026 | 09:57 Uhr
Fondsvolumen: € 17.643.798 (18.03.2026)
Aktuelle Ausrichtung des Fonds: 100 % Absicherung ab Beginn der Absicherungszone bei 605 Indexpunkten (Durchschnitt aller Basispreise der über EUREX gekauften STOXX Europe 600-Absicherungsoptionen). Achtung: Durch die Absicherung entstehen Kosten. Der Abstand zum aktuellen Indexstand des STOXX Europe 600 bei 587,86 Indexpunkten beträgt derzeit ca. 2,91 %.
Aktuelle (geschätzte) Fondsparameter:
Aktienanteil im Fonds: ca. 91,51% (passive Abbildung des STOXX Europe 600 Index)
Mathematisch errechnet Aktienquote (Aktien plus Derivate Positionen): ca. 46,40%
VAR (Value at Risk) Auslastung: 40,18 per 18.03. (Vergleich: reiner Aktienfonds: 100%; Geldmarkt: 0%) (Quelle: Universal)
Volatilität (360 Tage) STOXX Europe 600 Index: 13,78 % (Quelle: Bloomberg)
Volatilität (360 Tage) TimmInvest Europa Plus Fonds AK I: 4,50 % (Quelle: Bloomberg)
Hinweis zur steuerlichen Behandlung
Der TimmInvest Europa Plus Fonds ist steuerlich als Aktienfonds klassifiziert und profitiert in Deutschland von der gesetzlichen 30-%-Teilfreistellung. Dadurch werden Erträge aus dem Fonds – im Gegensatz zu Einzelaktien, Festgeld oder Rentenfonds, bei denen Erträge grundsätzlich voll steuerpflichtig sind – nur zu 70 % der Abgeltungsteuer unterworfen. Die steuerliche Abwicklung erfolgt automatisch über die depotführende Stelle.
Produktpräsentation
Hier geht es zur aktuellen Präsentation der beiden Anteilklassen des TimmInvest Europa Plus Fonds:
Noch Fragen?
Werfen Sie gern einen Blick in unseren aktuellen Frage- und Antwort-Katalog (FAQ) — zum Beispiel:
“Wie hoch ist die jährliche Ausschüttung im TimmInvest Europa Plus Fonds – und wie werden Ausschüttungen (Anteilklass P) bzw. die Vorabpauschale (Anteilklasse I) steuerlich behandelt?“
Sie möchten persönlich zum TimmInvest Europa Plus Fonds beraten werden? Gerne! Melden Sie sich bitte am besten per E-Mail: thomas.timmermann@timminvest.com
TimmInvest Europa Plus Fonds AK P (Anteilklasse P)
WKN: A2QCXX ISIN:DE000A2QCXX0
Verwaltungsgebühr: 1,00 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Jährliche Ausschüttung vor Weihnachten: 5.12.2025: €4,50 – 16.12.2024: €3,50 – 15.12.2023: €3,50 – 15.12.2022: €3,00 – 15.12.2021: €4,00.
Anteilwert AK P
03.12.2025: €115,14
04.12.2025: €110,82 (nach Ausschüttung von €4,50)
30.12.2025: €111,52
Aktuell:
17.03.2026: €114,43
18.03.2026: €114,09
Quelle: Universal Investment
TimmInvest Europa Plus Fonds AK I (Anteilklasse I)
WKN: A3DQ2V ISIN:DE000A3DQ2V1
Strategie: Identisch mit der Anteilklasse P – gleiches Portfolio, gleiche Absicherungsstrategie.
Verwaltungsgebühr: 0,50 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Ausschüttung: Thesaurierend – keine Auszahlung.
Neue Mindestanlagesumme:
Die Einstiegsschwelle wurde auf Wunsch vieler Anleger deutlich gesenkt –
von bisher € 100.000 auf nur € 10.000.
Für spätere Zukäufe gilt keine Mindestgrenze.
Der Erwerb ist auch für Privatanleger möglich.
Mit dieser Anpassung möchten wir einem breiteren Anlegerkreis den Zugang zu unserer institutionellen Anteilklasse ermöglichen – bei weiterhin attraktiven Konditionen.
Anteilwert AK I
30.12.2025: €121,35
Zuletzt:
17.03.2026: €124,63
18.03.2026: €124,25
Quelle: Universal Investment


