Die Börsen reagierten auf die Eskalation im Nahen Osten zunächst erstaunlich gelassen. Nicht der Krieg selbst verunsicherte die Anleger, sondern erst der Anstieg des Brent-Ölpreises über die Marke von 100 US-Dollar ließ die Sorge vor höheren Energiepreisen, steigender Inflation und länger hohen Zinsen wachsen.

Genau darin liegt aus meiner Sicht derzeit der entscheidende Unterschied. Die Kapitalmärkte bewerten weniger die militärischen Ereignisse als deren wirtschaftliche Folgen. Bleiben die Energiepreise dauerhaft hoch, geraten Inflation, Notenbanken und damit auch die Aktienmärkte wieder unter Druck. Entspannt sich die Lage dagegen, dürfte sich der Fokus schnell wieder auf die Fundamentaldaten der Unternehmen richten.

Nicht der Krieg, sondern der Ölpreis bewegt die Märkte

Der kräftige Anstieg des Ölpreises wurde durch die zunehmende Unsicherheit im Nahen Osten zusätzlich beschleunigt. Neben der Straße von Hormus rücken inzwischen auch Angriffe auf Tanker und Energieinfrastruktur im Roten Meer stärker in den Fokus der Investoren.

Besonders interessant ist derzeit jedoch die Struktur des Ölmarktes. Die Brent-Terminkurve befindet sich weiterhin in einer ausgeprägten Backwardation. Kurzfristig lieferbares Öl wird deutlich teurer gehandelt als Kontrakte mit längerer Laufzeit. Der Markt preist damit vor allem kurzfristige Versorgungsrisiken ein, erwartet bislang aber keinen dauerhaft hohen Ölpreis.

Genau diese Erwartung ist entscheidend. Denn solange Anleger davon ausgehen, dass sich die Energiepreise wieder normalisieren, bleiben auch die Hoffnungen auf sinkende Inflationsraten und fallende Zinsen erhalten.

Brent-Terminkurve 2026 – Frontmonat, September- und Dezember-Kontrakt, Quelle: Bloomberg

Hohe Energiepreise würden die Notenbanken erneut unter Druck setzen

Sollte sich der Ölpreisanstieg jedoch als dauerhaft erweisen, würde sich das Bild schnell verändern.

Die Europäische Zentralbank hat ihren Einlagensatz zwar zuletzt unverändert bei 2,25 Prozent belassen, sich vor der Sommerpause aber bewusst nicht auf die Sitzung im September festgelegt. Gleichzeitig liefert der außergewöhnlich robuste US-Arbeitsmarkt der Federal Reserve weiterhin kaum Argumente für schnelle Zinssenkungen.

Die Renditen einjähriger Staatsanleihen spiegeln diese Entwicklung bereits wider. Sowohl in den USA als auch im Euroraum notieren sie wieder oberhalb der jeweiligen Leitzinsen. Der Rentenmarkt signalisiert damit, dass die Geldpolitik länger restriktiv bleiben könnte als viele Investoren noch vor einigen Monaten erwartet hatten.

1-jährige Staatsanleiherenditen im Vergleich zu den Zinskorridoren von Fed und EZB, Quelle: Bloomberg

Der Rentenmarkt sendet Warnsignale

Noch deutlicher wird diese Entwicklung bei den langfristigen Staatsanleihen.

Die Renditen 30-jähriger Staatsanleihen steigen inzwischen weltweit. In den USA liegen sie wieder oberhalb von fünf Prozent, Großbritannien nähert sich sogar der Marke von sechs Prozent. Gleichzeitig ziehen auch die Renditen in Deutschland und Japan spürbar an.

Das ist längst kein amerikanisches Phänomen mehr. Die Kapitalmärkte verlangen weltweit höhere Inflations- und Risikoprämien. Für wachstumsstarke Unternehmen, deren Bewertungen besonders stark von zukünftigen Gewinnen abhängen, ist dieser Renditeanstieg eine zunehmende Belastung.

30-jährige Staatsanleiherenditen weltweit (Großbritannien: gelb, USA: orange, Japan: weiß, Deutschland: blau), Quelle: Bloomberg

Berichtssaison liefert solide Zahlen, aber der Markt bleibt vorsichtig

Die laufende Berichtssaison verläuft bislang überwiegend ordentlich. Dennoch werden viele gute Unternehmenszahlen zunächst für Gewinnmitnahmen genutzt.

Gerade bei den großen KI-Unternehmen verschiebt sich der Fokus der Investoren zunehmend. Nach Jahren großer Zukunftsvisionen rückt nun stärker die Frage in den Mittelpunkt, wann sich die milliardenschweren Investitionen tatsächlich in nachhaltig steigenden Gewinnen widerspiegeln.

Technisch befinden sich sowohl der DAX als auch der STOXX Europe 600 nach ihren jüngsten Allzeithochs weiterhin in einer Konsolidierungsphase. Der übergeordnete Aufwärtstrend ist intakt, ein neuer Aufwärtsimpuls lässt jedoch noch auf sich warten.

Was bedeutet das für den TimmInvest Europa Plus Fonds?

Für unser Fondsmanagement bestätigt das aktuelle Marktumfeld den eingeschlagenen Kurs.

Der TimmInvest Europa Plus Fonds bleibt vollständig abgesichert. Gleichzeitig nutzen wir die anhaltende Seitwärtsbewegung der Aktienmärkte, um unsere Optionspositionen auf DAX und Euro STOXX 50 kontinuierlich anzupassen und zusätzliche Optionsprämien zu vereinnahmen.

Wie ich im aktuellen Börsenradio-Podcast erläutere, versuchen wir, aus der beängstigenden Volatilität etwas Positives zu machen. Die vereinnahmten Seitwärtsprämien helfen dabei, einen Teil der Absicherungskosten zu finanzieren und eröffnen gleichzeitig zusätzliche Ertragschancen.

Die kommenden Wochen werden deshalb weniger von den täglichen Schlagzeilen über den Nahen Osten abhängen als von einer einzigen Frage: Kann sich der Ölpreis wieder dauerhaft unter der Marke von 100 US-Dollar stabilisieren?

Gelingt das, dürften die verbesserten Fundamentaldaten europäischer Unternehmen schnell wieder in den Vordergrund rücken und DAX sowie STOXX Europe 600 ihre Rekordhochs erneut ins Visier nehmen. Bleibt Brent dagegen über längere Zeit oberhalb von 100 US-Dollar, dürfte eine deutliche Korrektur an den Aktienmärkten kaum zu vermeiden sein. Genau deshalb bleibt der TimmInvest Europa Plus Fonds vollständig abgesichert. Während klassische Long-only-Investments die Marktschwankungen vollständig mitmachen, können wir unser Overlay nutzen und gleichzeitig zusätzliche Optionsprämien vereinnahmen.

Podcast zum Blog

Den Podcast können Sie hier anhören:

Hinweis: Das Interview wurde am 24. Juli 2026 gegen 10:00 Uhr aufgezeichnet.

Zusätzlich finden Sie hier den direkten Link zum Podcast beim Börsenradio Network:

https://www.brn-ag.de

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Anhören des Podcasts und ein entspanntes Wochenende. Bis nächste Woche!

Thomas Timmermann


Am 12. September 2026 freue ich mich, auf dem Anlegertag Düsseldorf meinen aktuellen Marktausblick zu präsentieren.

Unter dem Titel „Europa als Core-Investment – Chancen nutzen, Risiken begrenzen“ zeige ich, warum Europa nach Jahren der Underperformance wieder stärker in den Fokus internationaler Investoren rückt. Außerdem erläutere ich den Core-Satellite-Ansatz und wie sich Renditechancen mit einem konsequenten Risikomanagement verbinden lassen.

Im Mittelpunkt stehen die aktuellen Entwicklungen an den europäischen Kapitalmärkten sowie ein Einblick in die tägliche Steuerung des TimmInvest Europa Plus Fonds.

Ich freue mich auf viele interessante Gespräche und den persönlichen Austausch.


TimmInvest Europa Plus Fonds (alle Anteilklassen)

24.07.2026 | 14:07 Uhr

Fondsvolumen: € 16.962.531 (23.07.2026)

Absicherungsstrategie mit vollständiger Index-Absicherung ab Beginn der Absicherungszone bei 644,64 Indexpunkten (Durchschnitt aller Basispreise der über EUREX gekauften STOXX Europe 600 Absicherungsoptionen). Achtung: Durch die Absicherung entstehen Kosten. Der Abstand zum aktuellen Indexstand des STOXX Europe 600 bei 641.38 Indexpunkten beträgt derzeit zirka 0,51 %.

Aktuelle (geschätzte) Fondsparameter:

Aktienanteil im Fonds: ca. 94,34% (passive Abbildung des STOXX Europe 600 Index)

Ökonomische Aktienquote (Aktien plus Derivate Positionen): ca. 52,80%

VAR (Value at Risk) Auslastung: 49,16 per 23.07. (Vergleich: reiner Aktienfonds: 100%; Geldmarkt: 0%) (Quelle: Universal)

Volatilität (360 Tage) STOXX Europe 600 Index: 14,74 % (Quelle: Bloomberg)

Volatilität (360 Tage) TimmInvest Europa Plus Fonds AK I: 5,48 % (Quelle: Bloomberg)

Hinweis zur steuerlichen Behandlung

Der TimmInvest Europa Plus Fonds ist steuerlich als Aktienfonds klassifiziert und profitiert in Deutschland von der gesetzlichen 30-%-Teilfreistellung. Dadurch werden Erträge aus dem Fonds – im Gegensatz zu EinzelaktienFestgeld oder Rentenfonds, bei denen Erträge grundsätzlich voll steuerpflichtig sind – nur zu 70 % der Abgeltungsteuer unterworfen. Die steuerliche Abwicklung erfolgt automatisch über die depotführende Stelle.

Produktpräsentation

Hier geht es zur aktuellen Präsentation der beiden Anteilklassen des TimmInvest Europa Plus Fonds:

Fondsportrait Juli 2026

Noch Fragen?
Werfen Sie gern einen Blick in unseren aktuellen Frage- und Antwort-Katalog (FAQ) — zum Beispiel:
“Wie hoch ist die jährliche Ausschüttung im TimmInvest Europa Plus Fonds – und wie werden Ausschüttungen (Anteilklass P) bzw. die Vorabpauschale (Anteilklasse I) steuerlich behandelt?

Oder sprechen Sie uns direkt an.

Vita Thomas Timmermann

Sie möchten persönlich zum TimmInvest Europa Plus Fonds beraten werden? Gerne! Kontaktieren Sie mich direkt unter: thomas.timmermann@timminvest.com


TimmInvest Europa Plus Fonds AK P (Anteilklasse P)

WKN: A2QCXX        ISIN:DE000A2QCXX0

Verwaltungsgebühr: 1,00 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Jährliche Ausschüttung vor Weihnachten: 5.12.2025€4,50 – 16.12.2024€3,50 – 15.12.2023€3,50 – 15.12.2022€3,00 – 15.12.2021€4,00.

Daten und Fakten (AK P)

Wertentwicklung (AK P)

Portfolio (AK P)

Downloads (AK P)

Anteilwert AK P

03.12.2025: €115,14

04.12.2025: €110,82 (nach Ausschüttung von €4,50)

30.12.2025: €111,52

Aktuell:

22.07.2026: €118,25

23.07.2026: €117,75

Quelle: Universal Investment


TimmInvest Europa Plus Fonds AK I (Anteilklasse I)

WKN: A3DQ2V        ISIN:DE000A3DQ2V1

Strategie: Identisch mit der Anteilklasse P – gleiches Portfolio, gleiche Absicherungsstrategie.
Verwaltungsgebühr: 0,50 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Ausschüttung: Thesaurierend – keine Auszahlung.

Neue Mindestanlagesumme:
Die Einstiegsschwelle wurde auf Wunsch vieler Anleger deutlich gesenkt –
von bisher € 100.000 auf nur € 10.000.
Für spätere Zukäufe gilt keine Mindestgrenze.

Der Erwerb ist auch für Privatanleger möglich.

Mit dieser Anpassung möchten wir einem breiteren Anlegerkreis den Zugang zu unserer institutionellen Anteilklasse ermöglichen – bei weiterhin attraktiven Konditionen.

Daten und Fakten (AK I)

Wertentwicklung (AK I)

Portfolio (AK I)

Downloads (AK I)

Anteilwert AK I

30.12.2025: €121,35

Zuletzt:

22.07.2026: €129,00

23.07.2026: €128,46

Quelle: Universal Investment


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