Vor wenigen Tagen schien der DAX den Ausbruch geschafft zu haben. Mit knapp 25.900 Punkten markierte der deutsche Leitindex ein neues Allzeithoch. Nur wenige Handelstage später war dieser Ausbruch nach der erneuten Eskalation im Nahen Osten bereits wieder Geschichte.
War das neue Allzeithoch also nur eine klassische Bullenfalle?
Ein Blick unter die Oberfläche liefert eine überraschende Antwort.
Während die SAP-Aktie seit Jahresbeginn rund 33 % an Wert verloren hat, liegt der DAX im gleichen Zeitraum dennoch rund 2,4 % im Plus. Wie konnte der deutsche Leitindex trotz der deutlichen Schwäche seines mit Abstand größten Indexschwergewichts überhaupt ein neues Allzeithoch erreichen?
Der DAX war zuletzt eher Nachzügler als Spitzenreiter

DAX vs. EURO STOXX 50 vs. STOXX Europe 600 (YTD), Quelle: Bloomberg
Das Allzeithoch täuscht etwas über die bisherige Entwicklung hinweg. Mit einem Plus von rund 2,4 % seit Jahresbeginn blieb der DAX bislang deutlich hinter dem EURO STOXX 50 (+8,3 %) und dem STOXX Europe 600 (+8,2 %) zurück.
Der deutsche Leitindex war damit eher Nachzügler als Taktgeber der europäischen Aktienmärkte. Gerade diese Underperformance eröffnete Raum für eine Aufholbewegung. Unterstützt wurde diese zusätzlich durch historisch hohe Short-Positionen institutioneller Investoren, die beim Ausbruch eingedeckt werden mussten und den Anstieg zusätzlich beschleunigten.
Die eigentliche Geschichte spielt unter der Oberfläche

Performance der DAX-Mitglieder seit Jahresbeginn
Wer nur auf den DAX schaut, übersieht die eigentliche Entwicklung.
Während Infineon, Siemens Energy, Bayer und Hochtief kräftig zulegen konnten, verloren Schwergewichte wie SAP, Volkswagen, Mercedes-Benz und Deutsche Telekom deutlich an Wert.
Noch spannender wird das Bild beim Blick auf die Treiber des Allzeithochs Anfang des Monats.
Airbus war der größte positive Beitrag zum DAX. Dahinter folgten Allianz, Bayer, Deutsche Bank und Siemens Energy. Zusammen lieferten diese fünf Unternehmen rund 3,75 Prozentpunkte zur Aufwärtsbewegung des Index.
Dass der DAX trotzdem ein neues Allzeithoch erreichte, ist umso bemerkenswerter. Schließlich hat die mit Abstand größte Indexposition SAP seit Jahresbeginn rund 33,4 % verloren. Um diese Belastung auszugleichen, mussten zahlreiche andere Unternehmen die Führung übernehmen.
Möglich wurde dies durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren: der kräftige Rückgang des Ölpreises, Hoffnungen auf Zinssenkungen in den USA, die angekündigten deutschen Fiskalprogramme sowie steigende Investitionen in Infrastruktur und künstliche Intelligenz. Gleichzeitig sorgte die Eindeckung hoher Short-Positionen für zusätzlichen Rückenwind.
Mit der erneuten Eskalation im Nahen Osten kehrte jedoch der Ölpreis zurück auf die Agenda – und der DAX verlor seinen Schwung.
Charttechnisch ist die Entscheidung noch nicht gefallen

DAX Index, Quelle: Bloomberg
Charttechnisch befindet sich der DAX weiterhin in einem intakten mittelfristigen Aufwärtstrend. Im Laufe dieses Jahres gelang es ihm, sowohl die 100- als auch die 200-Tage-Linie zurückzuerobern. Beide gleitenden Durchschnitte steigen inzwischen wieder an – grundsätzlich ein positives Signal.
Gleichzeitig bewegt sich der DAX jedoch seit mehr als einem Jahr innerhalb einer breiten Seitwärtsphase. Der Ausbruch auf das neue Allzeithoch schien zunächst den Startschuss für die nächste Aufwärtsbewegung zu liefern.
Die erneute Iran-Eskalation machte diesen Ausbruchsversuch jedoch vorerst zunichte. Der DAX fiel zurück in seine Seitwärtsrange und notiert aktuell nur noch knapp oberhalb seines mittelfristigen Aufwärtstrends.
Ob sich der Ausbruch tatsächlich als Bullenfalle entpuppt, dürfte sich bereits in den kommenden Wochen entscheiden. Gelingt eine nachhaltige Rückeroberung der Marke von 25.500 Punkten, wäre der Ausbruchsversuch aus meiner Sicht wieder aktiviert. Dafür dürfte allerdings ein neuer positiver Impuls erforderlich sein – vermutlich von geopolitischer Seite und über einen wieder nachgebenden Ölpreis.
Welche Rolle spielt der DAX im TimmInvest Europa Plus Fonds?
Deutschland spielt selbstverständlich auch im TimmInvest Europa Plus Fonds eine wichtige Rolle – allerdings nicht die wichtigste.
Deutsche Aktien machen aktuell rund 12 % des Aktienportfolios aus und sind damit das viertgrößte Anlageland des Fonds. Unter den zehn größten Einzelpositionen befinden sich Siemens mit rund 1,70 % sowie SAP mit rund 1,36 %Fondsanteil.
Genau darin liegt einer der großen Vorteile unseres gesamteuropäischen Investmentansatzes. Deutschland ist für uns wichtig – Europa ist für uns wichtiger. Viele europäische Weltmarktführer wie ASML, Novartis, Shell, Nestlé oder RELX sind im DAX gar nicht vertreten. Europas Stärke liegt aus unserer Sicht in der Vielfalt seiner Unternehmen.
Der DAX spielt für uns dennoch eine wichtige Rolle. Gerade weil er sich seit längerer Zeit überwiegend seitwärts bewegt, eignet er sich hervorragend für unsere Optionsstrategien. Die vereinnahmten Seitwärtsprämien leisten einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung unserer permanenten Absicherungsstrategie.
Die wöchentlichen DAX-Verfallstage gehören deshalb zu den festen Bestandteilen unseres Portfoliomanagements. Auch heute Morgen haben wir unsere zuletzt verkauften DAX-Calls mit einem Basispreis von 24.800 Punkten um eine weitere Woche verlängert und erneut Optionsprämien vereinnahmt.
Am kommenden Montag steht wieder unsere monatliche Börsenradio-Aufzeichnung auf dem Programm. Wie immer wird es ein Ritt durch die internationalen Kapitalmärkte. Gemeinsam werfen wir einen Blick auf die Themen, die Europas Börsen im weiteren Verlauf des Sommers bewegen könnten – und natürlich auf die spannende Frage, ob der DAX-Ausbruch tatsächlich nur eine Bullenfalle war.
Bis dahin wünsche ich Ihnen ein schönes, sonniges und erholsames Wochenende. Ich freue mich, wenn Sie am Montag wieder mit dabei sind.
Thomas Timmermann
TimmInvest Europa Plus Fonds (alle Anteilklassen)
10.07.2026 | 12:49 Uhr
Fondsvolumen: € 16.917.004 (09.07.2026)
Absicherungsstrategie mit vollständiger Index-Absicherung ab Beginn der Absicherungszone bei 644,64 Indexpunkten (Durchschnitt aller Basispreise der über EUREX gekauften STOXX Europe 600 Absicherungsoptionen). Achtung: Durch die Absicherung entstehen Kosten. Der Abstand zum aktuellen Indexstand des STOXX Europe 600 bei 642,12 Indexpunkten beträgt derzeit zirka 0,39 %.
Aktuelle (geschätzte) Fondsparameter:
Aktienanteil im Fonds: ca. 94,92% (passive Abbildung des STOXX Europe 600 Index)
Ökonomische Aktienquote (Aktien plus Derivate Positionen): ca. 52,70%
VAR (Value at Risk) Auslastung: 49,04 per 09.07. (Vergleich: reiner Aktienfonds: 100%; Geldmarkt: 0%) (Quelle: Universal)
Volatilität (360 Tage) STOXX Europe 600 Index: 14,77 % (Quelle: Bloomberg)
Volatilität (360 Tage) TimmInvest Europa Plus Fonds AK I: 5,52 % (Quelle: Bloomberg)
Hinweis zur steuerlichen Behandlung
Der TimmInvest Europa Plus Fonds ist steuerlich als Aktienfonds klassifiziert und profitiert in Deutschland von der gesetzlichen 30-%-Teilfreistellung. Dadurch werden Erträge aus dem Fonds – im Gegensatz zu Einzelaktien, Festgeld oder Rentenfonds, bei denen Erträge grundsätzlich voll steuerpflichtig sind – nur zu 70 % der Abgeltungsteuer unterworfen. Die steuerliche Abwicklung erfolgt automatisch über die depotführende Stelle.
Produktpräsentation
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Noch Fragen?
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“Wie hoch ist die jährliche Ausschüttung im TimmInvest Europa Plus Fonds – und wie werden Ausschüttungen (Anteilklass P) bzw. die Vorabpauschale (Anteilklasse I) steuerlich behandelt?“
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TimmInvest Europa Plus Fonds AK P (Anteilklasse P)
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Jährliche Ausschüttung vor Weihnachten: 5.12.2025: €4,50 – 16.12.2024: €3,50 – 15.12.2023: €3,50 – 15.12.2022: €3,00 – 15.12.2021: €4,00.
Anteilwert AK P
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04.12.2025: €110,82 (nach Ausschüttung von €4,50)
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Aktuell:
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Quelle: Universal Investment
TimmInvest Europa Plus Fonds AK I (Anteilklasse I)
WKN: A3DQ2V ISIN:DE000A3DQ2V1
Strategie: Identisch mit der Anteilklasse P – gleiches Portfolio, gleiche Absicherungsstrategie.
Verwaltungsgebühr: 0,50 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Ausschüttung: Thesaurierend – keine Auszahlung.
Neue Mindestanlagesumme:
Die Einstiegsschwelle wurde auf Wunsch vieler Anleger deutlich gesenkt –
von bisher € 100.000 auf nur € 10.000.
Für spätere Zukäufe gilt keine Mindestgrenze.
Der Erwerb ist auch für Privatanleger möglich.
Mit dieser Anpassung möchten wir einem breiteren Anlegerkreis den Zugang zu unserer institutionellen Anteilklasse ermöglichen – bei weiterhin attraktiven Konditionen.
Anteilwert AK I
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Zuletzt:
08.07.2026: €128,39
09.07.2026: €128,27
Quelle: Universal Investment


