Nach den starken Zahlen von Dell und der kräftigen nachbörslichen Kursreaktion ist noch einmal klar geworden, wie gewaltig der KI-Boom einzelnen Unternehmen aktuell Rückenwind geben kann. Wenn die Story stimmt und Unternehmen als Profiteure des KI-Investitionsbooms wahrgenommen werden, wirken traditionelle Bewertungsmaßstäbe zeitweise fast nebensächlich.

Dagegen wirken die heute veröffentlichten Inflationszahlen für Mai in Europa fast langweilig. Kein Hype, keine Kursfeuerwerke, keine Milliardenfantasie. Aber leider betreffen sie uns direkt – über Zinsen, Kredite, Immobilienfinanzierungen, Unternehmensbewertungen und letztlich auch Aktienmärkte.

Die neuen Zahlen zeigen: Die Inflation in Europa bleibt hartnäckig. Frankreich meldete für Mai einen Anstieg der Verbraucherpreise von 2,8 %, Spanien sogar 3,6 % – jeweils der höchste Wert seit 2024. In Italien lag die Inflation zuletzt bei 3,2 %. In Deutschland deuteten die regionalen Frühindikatoren am Vormittag zunächst auf eine leicht niedrigere Rate als im April hin, die endgültigen Zahlen werden heute Nachmittag veröffentlicht. Insgesamt bleibt das Inflationsniveau jedoch klar oberhalb des Zielwertes der EZB von 2 %. Treiber bleiben vor allem gestiegene Energiepreise infolge des Iran-Konflikts und die Sorge, dass sich diese Effekte zunehmend in Dienstleistungen und andere Preise hineinfressen.

Inflation in Europas vier größten Volkswirtschaften (Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien) seit 2020 – Ukraine-Krieg und Iran-/Energieschock — Quelle: Bloomberg

Der Blick auf die vier größten Volkswirtschaften der Eurozone zeigt sehr schön, wie stark die Inflationswelle nach dem Ukraine-Krieg zunächst zurückgegangen war – und wie sich seit dem Iran-/Energieschock wieder eine erneute Beschleunigung andeutet. Besonders Spanien und Italien reagieren traditionell sensibler auf Energiepreise. Frankreich blieb lange vergleichsweise stabil, zieht nun aber ebenfalls wieder an. Deutschland dürfte sich nach den heute veröffentlichten Zahlen voraussichtlich im Bereich von rund 2,5–3,0 % einordnen.

Noch spannender ist aber der Blick nach vorne. Volkswirte haben ihre Inflationserwartungen für die Eurozone zuletzt wieder nach oben angepasst. Für das Gesamtjahr 2026 wird inzwischen eine Inflation von 2,9 % erwartet, in den kommenden Quartalen soll die Teuerung sogar um oder leicht oberhalb von  3 % verharren. Selbst für 2027 wird die Kerninflation weiterhin oberhalb des Zielwertes der EZB erwartet. Das ist kein Umfeld, in dem sich Notenbanken entspannt zurücklehnen.

Damit steigt der Druck auf die EZB, am 11. Juni die Zinsen in der Eurozone um weitere 25 Basispunkte auf 2,25 % zu erhöhen. Die Märkte gehen inzwischen weitgehend davon aus. Gleichzeitig rechnen viele Ökonomen inzwischen sogar mit einem zweiten Zinsschritt im weiteren Jahresverlauf auf 2,50 %. Die EZB selbst warnt bereits davor, dass der Iran-Krieg die Inflationserwartungen der Verbraucher erneut nach oben treiben könnte – auch, weil die Menschen die Inflationswelle von 2022 noch nicht vergessen haben.

Ist das eine Gefahr für den Aktienmarkt? Wohl kaum. Diese Erwartung scheint weitgehend eingepreist zu sein. Eher wäre es eine positive Überraschung, wenn die EZB zunächst abwartet oder der Inflationsdruck schneller nachlässt als aktuell befürchtet.

Und auch hier gilt: Viele Marktteilnehmer gehen derzeit davon aus, dass sich die Lage wieder beruhigen könnte, falls der Iran-Konflikt ad acta gelegt wird und Rohstoff- sowie Energiepreise wieder nachgeben. Dann würden vermutlich auch Inflations- und Zinssorgen wieder sinken – oder zumindest keine weiteren Zinserhöhungen notwendig machen.

Solange die KI-Hausse in den USA unbeirrt weiterläuft und es keine zusätzliche geopolitische Eskalation gibt, spricht aus heutiger Sicht vieles dafür, dass sich die europäischen Aktienmärkte – trotz Inflation und möglicher Zinserhöhung – weiter ihren Allzeithochs vom Jahresanfang annähern.

Was bedeutet das für den TimmInvest Europa Plus Fonds?

Im Portfoliomanagement des TimmInvest Europa Plus Fonds bleibt der Fokus unverändert auf Seitwärtsrenditen und der schrittweisen Anpassung der Absicherung auf dem weiteren Weg nach oben. Gerade in Marktphasen wie aktuell – geprägt von KI-Euphorie, geopolitischen Risiken und wieder steigenden Inflationserwartungen – bleibt aus meiner Sicht entscheidend, investiert zu bleiben und gleichzeitig das Risikoprofil aktiv zu steuern.

Anfang der Woche konnte der Start der Absicherungszone von 620,00 auf 623,57 Indexpunkte angehoben werden. Das bedeutet: Der Fonds folgt dem europäischen Aktienmarkt weiter nach oben, zieht gleichzeitig aber die Schutzmechanismen sukzessive nach.

Stoxx Europe 600 Index: Schrittweise Anpassung der Absicherungszone im TimmInvest Europa Plus Fonds — Quelle: TimmInvest, Bloomberg

Das Schaubild zeigt, wie die Absicherungszone in den vergangenen Monaten Schritt für Schritt erhöht wurde – von November über Januar und Februar bis zuletzt in den April und Mai hinein. Genau hier liegt der entscheidende Unterschied zu einem klassischen ETF auf den europäischen Aktienmarkt: Während ein ETF den Markt schlicht 1:1 abbildet, folgt der TimmInvest Europa Plus Fonds dem Markt auf dem Weg nach oben und passt gleichzeitig die Absicherung aktiv an. So soll an steigenden Märkten partizipiert und gleichzeitig auf mögliche Rückschläge vorbereitet werden.

Noch ist an den Märkten vieles in Bewegung. Aber solange Gewinne, Innovation und keine zusätzliche geopolitische Eskalation dominieren, spricht aus meiner Sicht weiter einiges für konstruktiven Optimismus. Im TimmInvest Europa Plus Fonds ist die permanente Absicherung gegen stärkere Marktrückgänge ein integraler Bestandteil der Strategie. Ziel bleibt es, Chancen auf dem Weg nach oben zu nutzen und gleichzeitig das Risiko nach unten aktiv zu begrenzen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes, erholsames Wochenende und weiterhin erfolgreiche Investmententscheidungen.

Thomas Timmermann


TimmInvest Europa Plus Fonds (alle Anteilklassen)

29.05.2026 | 12:35 Uhr

Fondsvolumen: € 16.677.097 (28.05.2026)

Absicherungsstrategie mit vollständiger Index-Absicherung ab Beginn der Absicherungszone bei 623,57 Indexpunkten (Durchschnitt aller Basispreise der über EUREX gekauften STOXX Europe 600 Absicherungsoptionen). Achtung: Durch die Absicherung entstehen Kosten. Der Abstand zum aktuellen Indexstand des STOXX Europe 600 bei 628,61 Indexpunkten beträgt derzeit zirka – 0,8 %.

Aktuelle (geschätzte) Fondsparameter:

Aktienanteil im Fonds: ca. 93,79% (passive Abbildung des STOXX Europe 600 Index)

Ökonomische Aktienquote (Aktien plus Derivate Positionen): ca. 53,40%

VAR (Value at Risk) Auslastung: 47,63 per 28.05. (Vergleich: reiner Aktienfonds: 100%; Geldmarkt: 0%) (Quelle: Universal)

Volatilität (360 Tage) STOXX Europe 600 Index: 14,63 % (Quelle: Bloomberg)

Volatilität (360 Tage) TimmInvest Europa Plus Fonds AK I: 5,30 % (Quelle: Bloomberg)

Hinweis zur steuerlichen Behandlung

Der TimmInvest Europa Plus Fonds ist steuerlich als Aktienfonds klassifiziert und profitiert in Deutschland von der gesetzlichen 30-%-Teilfreistellung. Dadurch werden Erträge aus dem Fonds – im Gegensatz zu EinzelaktienFestgeld oder Rentenfonds, bei denen Erträge grundsätzlich voll steuerpflichtig sind – nur zu 70 % der Abgeltungsteuer unterworfen. Die steuerliche Abwicklung erfolgt automatisch über die depotführende Stelle.

Produktpräsentation

Hier geht es zur aktuellen Präsentation der beiden Anteilklassen des TimmInvest Europa Plus Fonds:

Fondsportrait Mai 2026

Noch Fragen?
Werfen Sie gern einen Blick in unseren aktuellen Frage- und Antwort-Katalog (FAQ) — zum Beispiel:
“Wie hoch ist die jährliche Ausschüttung im TimmInvest Europa Plus Fonds – und wie werden Ausschüttungen (Anteilklass P) bzw. die Vorabpauschale (Anteilklasse I) steuerlich behandelt?

Oder sprechen Sie uns direkt an.

Vita Thomas Timmermann

Sie möchten persönlich zum TimmInvest Europa Plus Fonds beraten werden? Gerne! Kontaktieren Sie mich direkt unter: thomas.timmermann@timminvest.com


TimmInvest Europa Plus Fonds AK P (Anteilklasse P)

WKN: A2QCXX        ISIN:DE000A2QCXX0

Verwaltungsgebühr: 1,00 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Jährliche Ausschüttung vor Weihnachten: 5.12.2025€4,50 – 16.12.2024€3,50 – 15.12.2023€3,50 – 15.12.2022€3,00 – 15.12.2021€4,00.

Daten und Fakten (AK P)

Wertentwicklung (AK P)

Portfolio (AK P)

Downloads (AK P)

Anteilwert AK P

03.12.2025: €115,14

04.12.2025: €110,82 (nach Ausschüttung von €4,50)

30.12.2025: €111,52

Aktuell:

27.05.2026: €116,89

28.05.2026: €116,51

Quelle: Universal Investment


TimmInvest Europa Plus Fonds AK I (Anteilklasse I)

WKN: A3DQ2V        ISIN:DE000A3DQ2V1

Strategie: Identisch mit der Anteilklasse P – gleiches Portfolio, gleiche Absicherungsstrategie.
Verwaltungsgebühr: 0,50 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Ausschüttung: Thesaurierend – keine Auszahlung.

Neue Mindestanlagesumme:
Die Einstiegsschwelle wurde auf Wunsch vieler Anleger deutlich gesenkt –
von bisher € 100.000 auf nur € 10.000.
Für spätere Zukäufe gilt keine Mindestgrenze.

Der Erwerb ist auch für Privatanleger möglich.

Mit dieser Anpassung möchten wir einem breiteren Anlegerkreis den Zugang zu unserer institutionellen Anteilklasse ermöglichen – bei weiterhin attraktiven Konditionen.

Daten und Fakten (AK I)

Wertentwicklung (AK I)

Portfolio (AK I)

Downloads (AK I)

Anteilwert AK I

30.12.2025: €121,35

Zuletzt:

27.05.2026: €127,43 

28.05.2026: €127,01

Quelle: Universal Investment


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