Die Börsen senden aktuell ein ungewöhnliches Signal: Geopolitik verliert an Einfluss – zumindest kurzfristig. Trotz neuer Eskalation im Nahen Osten, steigender Ölpreise und der Blockade der Straße von Hormus notieren die US-Aktienmärkte wieder über dem Niveau vor Beginn des Konflikts. Die enge Kopplung zwischen Ölpreis und Aktien, die noch vor wenigen Wochen dominierte, hat sich sichtbar gelöst.
Gleichzeitig zeigt der Blick auf die reale Wirtschaft ein anderes Bild. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist nach der Eskalation deutlich eingebrochen und erholt sich nur langsam. Gerade der Transport von Öl war zeitweise massiv gestört. Die Diskrepanz zwischen realwirtschaftlicher Entwicklung und Marktreaktion ist damit offensichtlich.

Schiffsverkehr Straße von Hormus (24h rolling). Deutlicher Einbruch nach Eskalation, langsame Normalisierung. Quelle: Bloomberg
Momentum bleibt intakt
Statt einer grundlegenden Neubewertung dominiert wieder die bekannte Marktmechanik. Die zentralen Treiber haben sich nicht verändert: solide Unternehmensgewinne, fiskalische Impulse und eine ausgeprägte „Buy the Dip“-Mentalität. Bereits während der ersten Phase des Konflikts blieb dieser Trend bemerkenswert stabil. Mit der zwischenzeitlichen Entspannung haben diese Faktoren sofort wieder die Oberhand gewonnen. Gewinner bleiben Gewinner, Trends setzen sich fort.
Für die USA ist faktisch nichts passiert
Der Vergleich der großen Indizes unterstreicht diese Entwicklung eindrucksvoll. Während insbesondere die europäischen Märkte zwischenzeitlich unter Druck standen, haben sich die US-Indizes vollständig erholt und notieren wieder über dem Ausgangsniveau. Aus Marktsicht hat der Konflikt in den USA bislang kaum Spuren hinterlassen. Die Kombination aus hoher Marktbreite, strukturellen Wachstumstreibern und relativer Energieunabhängigkeit wirkt stabilisierend.

Performance ausgewählter Indizes seit Kriegsbeginn (Nasdaq, S&P 500, STOXX Europe 600, Euro Stoxx 50, DAX). US-Märkte vollständig erholt, Europa schwächer. Quelle: Bloomberg
Verschobene Risikowahrnehmung
Auffällig ist die veränderte Logik im Umgang mit Risiken. Während zuvor jede Verlängerung des Konflikts automatisch als Belastung interpretiert wurde, wird Zeit inzwischen anders bewertet. Solange keine Eskalation erfolgt, wirkt die Situation stabilisierend. Negative Nachrichten verlieren damit an unmittelbarer Wirkung, solange sie nicht in reale wirtschaftliche Schäden übergehen.
Die Märkte präsentieren sich dabei erstaunlich robust: geringe Volatilität, schnelle Erholung nach Rücksetzern und eine klar prozyklische Positionierung. Diese Konstellation deutet darauf hin, dass aktuell nach wie vor wenig Risiko eingepreist ist, während bestehende Trends konsequent fortgeschrieben werden.
Europa wird berechenbarer
Parallel dazu hat sich in Europa eine Entwicklung vollzogen, die über den kurzfristigen Nachrichtenfluss hinausgeht. Mit der Abwahl von Viktor Orbán verändert sich die politische Dynamik innerhalb der EU spürbar. Blockaden bei zentralen Entscheidungen dürften seltener werden, die Wahrscheinlichkeit für geschlossenere und schnellere Beschlüsse steigt. Auch geopolitisch verschiebt sich das Gleichgewicht, da ein wichtiger pro-russischer Einfluss innerhalb der EU wegfällt.
Die Reaktion der Märkte deutet darauf hin, dass Stabilität und Integration weiterhin honoriert werden.
Fokus im Fonds verschiebt sich wieder Richtung Markt
Im TimmInvest Europa Plus Fonds verschiebt sich damit auch der strategische Fokus wieder stärker auf die Aufwärtsdynamik des europäischen Aktienmarkts. Nach den vergangenen Wochen, in denen die Absicherungsstrategie in den Stressphasen für einen stabilen Anteilpreis und durchgehend positive Jahresrenditen gesorgt hat, rückt nun die Teilnahme an einer möglichen weiteren Aufwärtsbewegung in den Vordergrund.
Die zuletzt deutlich gesunkenen impliziten Volatilitäten haben die Kosten der Absicherung reduziert, gleichzeitig aber auch den unmittelbaren Wertbeitrag der bestehenden Sicherungspositionen verringert. Dadurch konnte der Fonds in der jüngsten Aufwärtsbewegung nicht vollständig mitziehen – ein bewusster und gewollter Effekt.
Dabei ist entscheidend: Während der gesamten Kriegsphase wurde kein einziger neuer Absicherungskontrakt aufgebaut – alle Positionen waren bereits im Vorfeld im Fonds. An den schwächsten Tagen sorgten ihre Wertzuwächse für die deutliche Outperformance und Stabilität des Fonds. Mit der Beruhigung der Märkte kehren diese Positionen nun schrittweise wieder auf ihr Bewertungsniveau vor dem Iran-Krieg zurück.
Parallel dazu wurden in der Phase erhöhter Volatilität durch regelbasierte kurzfristige Strategien Zusatzerträge generiert, die die Kosten der Absicherung mehr als kompensiert haben. Da sich der Index inzwischen wieder von der Absicherungszone nach oben entfernt, nimmt der negative Einfluss der Absicherung kontinuierlich ab. In der Folge steigt die mathematische Aktienquote und liegt aktuell bereits bei knapp 60%.
Mit steigender Aktienquote partizipiert der Fonds wieder stärker an steigenden Märkten. Der Abstand zu den Allzeithochs im STOXX Europe 600 beträgt derzeit rund 3%.
Der TimmInvest Europa Plus Fonds (AK I) liegt aktuell nur noch rund 0,5% unter seinem Allzeithoch.
Sollte es hingegen erneut zu einem Rücksetzer kommen, stehen alle Absicherungspositionen unverändert bereit. Durch die aufgebauten Zusatzrenditen dürfte der Fonds in einem solchen Szenario sogar noch stabiler reagieren als beim Einbruch Anfang März.
So oder so liegt der Fonds trotz der Turbulenzen der letzten Wochen weiterhin voll im Plan der Jahresziele.

STOXX Europe 600 Index mit Absicherungszone und gleitenden Durchschnitten. Schrittweise Anpassung der Absicherungszone nach oben bei steigenden Märkten. Quelle: Bloomberg / TimmInvest
Fazit
Die Märkte haben sich kurzfristig vom Ölpreis gelöst. Momentum und Liquidität dominieren das Bild, während sich im Hintergrund die strukturellen Rahmenbedingungen in Europa verbessern. Gleichzeitig verschiebt sich auch im Fonds die Balance – weg von der reinen Absicherung, hin zu einer stärkeren Partizipation an steigenden Märkten.
Ich wünsche Ihnen eine zuversichtliche zweite Wochenhälfte.
Thomas Timmermann
TimmInvest Europa Plus Fonds (alle Anteilklassen)
13.04.2026 | 16:00 Uhr
Fondsvolumen: € 17.847.647 (13.04.2026)
Aktuelle Ausrichtung des Fonds: 100 % Absicherung ab Beginn der Absicherungszone bei 605 Indexpunkten (Durchschnitt aller Basispreise der über EUREX gekauften STOXX Europe 600-Absicherungsoptionen). Achtung: Durch die Absicherung entstehen Kosten. Der Abstand zum aktuellen Indexstand des STOXX Europe 600 bei 619,02 Indexpunkten beträgt derzeit ca. –2,26 %.
Aktuelle (geschätzte) Fondsparameter:
Aktienanteil im Fonds: ca. 93,97% (passive Abbildung des STOXX Europe 600 Index)
Mathematisch errechnet Aktienquote (Aktien plus Derivate Positionen): ca. 58,50%
VAR (Value at Risk) Auslastung: 49,50 per 13.04. (Vergleich: reiner Aktienfonds: 100%; Geldmarkt: 0%) (Quelle: Universal)
Volatilität (360 Tage) STOXX Europe 600 Index: 14,28 % (Quelle: Bloomberg)
Volatilität (360 Tage) TimmInvest Europa Plus Fonds AK I: 4,94 % (Quelle: Bloomberg)
Hinweis zur steuerlichen Behandlung
Der TimmInvest Europa Plus Fonds ist steuerlich als Aktienfonds klassifiziert und profitiert in Deutschland von der gesetzlichen 30-%-Teilfreistellung. Dadurch werden Erträge aus dem Fonds – im Gegensatz zu Einzelaktien, Festgeld oder Rentenfonds, bei denen Erträge grundsätzlich voll steuerpflichtig sind – nur zu 70 % der Abgeltungsteuer unterworfen. Die steuerliche Abwicklung erfolgt automatisch über die depotführende Stelle.
Produktpräsentation
Hier geht es zur aktuellen Präsentation der beiden Anteilklassen des TimmInvest Europa Plus Fonds:
Noch Fragen?
Werfen Sie gern einen Blick in unseren aktuellen Frage- und Antwort-Katalog (FAQ) — zum Beispiel:
“Wie hoch ist die jährliche Ausschüttung im TimmInvest Europa Plus Fonds – und wie werden Ausschüttungen (Anteilklass P) bzw. die Vorabpauschale (Anteilklasse I) steuerlich behandelt?“
Sie möchten persönlich zum TimmInvest Europa Plus Fonds beraten werden? Gerne! Melden Sie sich bitte am besten per E-Mail: thomas.timmermann@timminvest.com
TimmInvest Europa Plus Fonds AK P (Anteilklasse P)
WKN: A2QCXX ISIN:DE000A2QCXX0
Verwaltungsgebühr: 1,00 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Jährliche Ausschüttung vor Weihnachten: 5.12.2025: €4,50 – 16.12.2024: €3,50 – 15.12.2023: €3,50 – 15.12.2022: €3,00 – 15.12.2021: €4,00.
Anteilwert AK P
03.12.2025: €115,14
04.12.2025: €110,82 (nach Ausschüttung von €4,50)
30.12.2025: €111,52
Aktuell:
10.04.2026: €115,12
13.04.2026: €114,98
Quelle: Universal Investment
TimmInvest Europa Plus Fonds AK I (Anteilklasse I)
WKN: A3DQ2V ISIN:DE000A3DQ2V1
Strategie: Identisch mit der Anteilklasse P – gleiches Portfolio, gleiche Absicherungsstrategie.
Verwaltungsgebühr: 0,50 % p. a.
Ausgabeaufschlag: 0 %
Ausschüttung: Thesaurierend – keine Auszahlung.
Neue Mindestanlagesumme:
Die Einstiegsschwelle wurde auf Wunsch vieler Anleger deutlich gesenkt –
von bisher € 100.000 auf nur € 10.000.
Für spätere Zukäufe gilt keine Mindestgrenze.
Der Erwerb ist auch für Privatanleger möglich.
Mit dieser Anpassung möchten wir einem breiteren Anlegerkreis den Zugang zu unserer institutionellen Anteilklasse ermöglichen – bei weiterhin attraktiven Konditionen.
Anteilwert AK I
30.12.2025: €121,35
Zuletzt:
10.04.2026: €125,41
13.04.2026: €125,27
Quelle: Universal Investment


